Donnerstag, 16. April 2009

3. Rundbrief von den Philippinen

3. Rundbrief von den Philippinen

Liebe Freunde, Verwandte, Bekannte und Unterstuetzer,

nach mittlerweile 8 Monaten und um viele Erfahrungen und Begegnungen reicher, melde ich mich wieder von den fernen immer heisser werdenden Philippinen.
Meinen letzten Rundbrief habe ich zu Weihnachten geschrieben und daran moechte ich nun auch anknuepfen. Auch wenn es etwas befremdlich erscheinen moege noch nach Ostern etwas von Weihnachten zu lesen.
Aber zur Erinnerung an Weihnachten ist Anfang Maerz das letzte Weihnachts-Care-Paket eingetroffen und die Plaetzchen haben sogar noch geschmeckt :-). Nochmals vielen Dank dafuer.
Nach den 9-taegigen fruehmorgentlichen Vorbereitungsmessen auf Weihnachten habe ich mich unerwarteterweise auf Heiligabend gefreut, obwohl ich unter chronischem Schlafmangel litt und das Wetter auch nicht gerade weihnachtlich war.
Wir wurden an Heiligabend in eine andere Gemeinde eingeladen, sodass wir erst noch fast zwei Stunden unterwegs waren bis wir die Kirche erreicht hatten.
Es hat mir echt die Sprache verschlagen als wir ueber den Kirchenvorplatz fuhren, denn dort erinnerte mich aufgrund der vielen Grillstaende eher alles an eine Kirmes.
Mir ist wirklich ein Schauer ueber den Ruecken gelaufen, als ich die Menschenmassen in der Kirche gesehen hab und dann fiel mir ploetzlich ein, dass Klara und ich dort unsere deutschen Weihnachtslieder zum Besten geben sollten. Der Applaus von ca. 2000 Menschen zeigte uns, dass es nicht ganz so uebel war und nun erkennen uns sogar schon die Taxifahrer in Iloilo (der Nachbarstadt) und fragen, ob wir diejenigen waren, die Weihnachten...
Ja, das sind wir :-). So wird man hier beruehmt neben ungewollten Fernsehauftritten und "herausragenden" Fahrkuensten :-).
Die Weihnachtsmesse war wunderschoen und hat mich tief bewegt. Ich glaube, dass ich noch nie so bewusst und beruehrt Weihnachten gefeiert habe.
Nach der Messe gab es noch einen Mitternachtssnack beim Pastor. Als wir dann endlich so gegen 3 Uhr nachts Zuhause waren, haben Klara und ich noch eine kleine Bescherung gemacht mit deutschen Weihnachtsliedern, Kerzenschein und... Ventilator.
Nach ca. zwei Stunden Schlaf ging es dann am naechsten Morgen wieder in die Messe, die wirklich menschenleer war, was mir befremdlich erschien, aber daran lag, dass Weihnachten nun vorbei war und in der Stadt hatten schon wieder alle Geschaefte wie gewoehnlich geoeffnet.
Insgesamt gesehen war es ein sehr schoenes, wenn auch ganz anderes Weihnachtsfest, was u.a. auch klimatisch bedingt war.
Dahingegen ist Silvester sehr ruhig, fuer meinen Geschmack zu ruhig verlaufen.
Im Januar haben wir uns einer Reisegruppe vom Erzbistum Paderborn anschliessen duerfen.
Wir haben zunaechst drei sehr praegende Tage in Cebu, der drittgroessten Stadt, verbracht.
Dort in Cebu waren wir Gaeste der „Steyler Missionare“ (SVD), deren „Provincial Superior“ der deutsche Pastor Heinz Kulueke ist.
Die Hauptaufgabe der Steyler Missionare in Cebu ist die beruehmte und sehr grosse San Carlos Universitaet, mit mehr als 18.000 Studenten.
Die „Nebenaufgabe“ oder das Hobby, wie die Fathers sagten, bestehe darin die Aermsten der Armen in Cebu zu unterstuetzen und genau diese Projekte haben wir uns angeschaut.
Die folgenden Erlebnisse, die ich nun schildern werde, sind schwer in Worte zu fassen und deshalb vielleicht auch schwer vorstellbar.
Am ersten Tag sind wir zu den Muellkippen gefahren und haben die Menschen besucht, die dort im Muell leben und vom Muell ueberleben.
Es hat mich tief traurig gemacht und sehr getroffen als ich die vielen Menschen und besonders Kinder gesehen hab, die in den Muellbergen nach etwas Verwertbaren (wie z.B. Kunststoff, Kupfer und Essbarem) gesucht haben, was sie noch verkaufen koennen, um zu ueberleben.
Wir sind dort durch den ganzen Muell gelaufen und es hat wirklich gestunken. Aber in dem Moment habe ich das gar nicht wahrgenommen, weil es mich zutiefst erschuettert hat, wie die Menschen dort um das nackte Ueberleben gekaempft haben und davon leben, was wir in Massen wegwerfen und als wertlos ansehen. Das Gefuehl, was ich hatte als ich in die Augen der Kinder geschaut habe, ist schwer zu beschreiben und es hat mich wuetend auf die Ungerechtigkeit in dieser Welt gemacht, die einem zwar immer bewusst ist, aber wenn man direkt damit konfrontiert wird, macht es sehr nachdenklich.
Ich habe bisher schon viel Armut im Land gesehen, aber nie in so grossem Ausmass, auch wenn ich sagen kann, dass man mit der Zeit einen anderen Blickwinkel gewinnt oder vielleicht sogar teilweise abstumpft.
Die Mitarbeiter der „Steyler Missionare“ haben auf einer Muellkippe ein „Day Care Center“ gegruendet (eine Art Kindergarten), was einen Hoffnungsschimmer darstellt eines Tages den Kindern eine bessere Zukunft zu ermoeglichen.
Am Nachmittag haben wir ein Dorf besucht, in dem Menschen leben, die vorher auf den Muellkippen gelebt haben und nun mehr und mehr ein Leben fern vom Muell aufbauen und sich dort in einer kleinen Gemeinde selbst organisieren.
Natuerlich fragt man sich, wie ist das alles finanzierbar und vor allem was ist mit den ganzen anderen tausend Menschen, die noch im und vom Muell leben?!
Ganz kann ich es nicht erklaeren, aber zunaechst bekommen die Menschen die Haeuser nicht geschenkt, sondern muessen sie in Form von Krediten in kleinen Raten abbezahlen. Da stellt sich die Frage, wie bringen die Menschen das Geld dafuer auf, vor allem weil die meisten keine richtige Schulbildung haben und schon lange auf dem Muellkippen gelebt haben. Einige haben einen kleinen Laden eroeffnet oder verkaufen selbstgemachte Snacks in der Stadt. So lernen sie zudem mit Geld umzugehen.
Ein weiteres Problem ist der hohe Alkoholkonsum u.a. ausgeloest durch Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Aufgrund der neuen Perspektive, die sie bekommen haben, hat sich das jedoch gluecklicherweise geaendert, auch wenn man niemals sagen kann, dass die Menschen nun ohne Probleme gluecklich leben und auch noch nicht gesagt ist, dass sie nicht doch eines Tages wieder auf die Muellkippen zurueckkehren, weil ihnen die Verpflichtungen zu gross werden.
Aber es ist ein Schritt in die richtige Richtung und die Menschen, die dort leben, hatten eine viel positivere Ausstrahlung als die Menschen auf den Muellkippen.
Weiterhin haben wir drei unterschiedliche Friedhoefe besucht auf denen ebenfalls viele Menschen gemeinsam mit den Toten leben.
Auf dem Chinesischen Friedhof leben die Menschen schon seit vielen Jahren in den Gruften, die Kapellen aehneln, da hier auf den Philippinen die Menschen ueber der Erde bestattet werden.
Auf diesem Friedhof sind die reichen Chinesen bestattet, welche die Friedhofbewohner dulden, da sie so die Graeber vor Schaendung schuetzen.
Ein anderer Friedhof war als dieser ueberhaupt nicht mehr zu erkennen, sondern aehnelte eher einem Slumviertel (Squattersiedlung).
Die Huetten wurden ueber die Graeber gebaut und nur wenn man ganz genau hingeschaut hat, konnte man noch die Ueberreste von Graebern erkennen.
Seit langer Zeit kaempfen die „Steyler-Missionare“ um eine Legalisierung dieser Squattersiedlung (Besetzung eines Landes, was nicht Eigentum ist) und sie haben Zuversicht, dass es bald der Fall sein werde, weil die Menschen dort seit vielen Jahren leben und sonst irgendwann eine Alternative fuer eine Umsiedlung gefunden werden muesste.
Sobald eine Legalisierung stattfindet, wird das Dorf an die oeffentliche Strom- und Wasserversorgung angeschlossen und hat mehr Moeglichkeiten etwas aufzubauen.
Ein weiteres Projekt ist die Arbeit mit den Prostituierten in Cebu.
In Cebu leben ungefaehr 10.000 Maedchen und junge Frauen in Prostitution.
Die „Steyler-Missionare“ haben ein „Drop-In“ und „After-Care Center“ aufgebaut, wo die Menschen hinkommen koennen, wenn sie Probleme haben, einfach jemanden zum reden brauchen, Medikamente benoetigen oder wirklich die Absicht verfolgen aus der Prostitution auszusteigen. Dies ist natuerlich ein sehr sehr langer Prozess, der auch haeufig scheitert, weil viele stark drogenabhaengig sind und keine Alternative sehen, um die eigene Familie zu ernaehren.
Auch wenn es immer nur ein geringer Anteil ist, der den Ausstieg schafft und einen Schulabschluss macht, lohne sich die Arbeit dennoch.
An einem Abend hatten wir die Moeglichkeit mit einem Father ins Rotlichtmilieu und auf die Strasse zu gehen, was dieser nach seinem Dienst an der Uni als Professor tagtaeglich macht.
Zunaechst sind wir in „Bikini-Bars“ gegangen von denen es hunderte gibt, die man tagsueber voellig uebersieht, die aber ueberall zu finden sind.
Es war schon ein sehr befremdliches Gefuehl dort herein zu gehen und ich fuehlte mich irgendwie hilflos, weil ich nicht wusste, wie ich mich verhalten sollte.
Ich bin dann aber wider Erwarten mit einer Frau ins Gespraech gekommen und sie hat mir unerwarteterweise erzaehlt, warum sie dort arbeitet.
Sie erzaehlte mir, dass ihr Mann gestorben sei und sie keinen anderen Ausweg gesehen habe ihre Tochter und ihre Familie zu ernaehren, da sie die Highschool abgebrochen habe und sie nie einen Job hatte, waere diese „Bikini-Bar“ ihre letzte Hoffnung.
Sie kam wie fast die meisten Maedchen nicht direkt von Cebu City, sondern von fernen Provinzen oder Inseln.
Es gibt haeufig Maenner, die in arme Doerfer gehen und den Maedchen einen Job anbieten, (natuerlich ist nie die Rede von Prostitution) sodass sie ihre Familien besser ernaehren koennen und es allen besser gehen wuerde. Sehr viele Maedchen folgen diesen vielversprechenden Angeboten.
Jetzt fragen sich wahrscheinlich einige, was die Father dort in den „Bikini-Bars“ machen.
Zunaechst einmal reden sie sowohl mit den Maedchen, als auch deren „Zuhaeltern“. Sie sind fuer die Maedchen da, wenn sie Probleme haben, verteilen Medikamente, Suessigkeiten und Kondome, was bei der hohen Aidsrate auch sehr wichtig ist. Dies klingt jetzt in manchen Ohren etwas aussergewoehnlich, weil die katholische Kirche besonders hier auf den Philippinen noch sehr konservativ gelebt wird, aber fuer sie sei es das kleinere Uebel Kondome zu verteilen als Frauen nach einer selbstinduzierten Abtreibung verbluten zu sehen.
Das Verhaeltnis zwischen den Maedchen und dem Father habe ich als sehr vertraut empfunden.
Die Father kooperieren mit den „Zuhaeltern“, weil es ihnen auf diesem Weg moeglich ist, von Zeit zu Zeit Maedchen aus der Prostitution herauszuholen.
Danach sind wir dann auf die Strasse gegangen und dort finden sich die Prostituierten, die nicht (mehr) huebsch genug sind, um in „Bikini-Bars“ zu arbeiten, was jetzt sehr drastisch klingt, aber ueberwiegend an dem hohen Drogenkonsum liegt (10 Frauen teilen sich eine Spritze!).
Anschliessend sind wir noch zum Hafen gefahren (es war bereits 1 Uhr nachts), denn dort stehen die Minderjaehrigen tagtaeglich am „Highway“. Sie sind schaetzungsweise zwischen 12 und 16 Jahre alt gewesen und eigentlich noch hilflose Kinder, die allerdings schon selbst Kinder haben oder Abtreibungen hatten.
Ein Maedchen hatte bereits einen Job in einer Baeckerei, aber sie koenne die Transportgebuehren nicht aufbringen und zusaetzlich noch ihre Familie unterstuetzen, deshalb biete sie dort ihren Koerper an.
Ein anderes Maedchen geht morgens in die Schule und steht nachts an der Strasse, um die Schulgebuehren und Transportkosten bezahlen zu koennen.
Waehrend wir dort standen und geredet haben, fuhren die Freier vor und die Maedchen verschwanden fuer eine Weile, das uebliche Geschaeft lief also weiter.
Diese ganzen Eindruecke und Erlebnisse waren echt tief erschuetternd fuer mich.
Die Father gehen wie schon erwaehnt jeden Abend auf die Strasse, immer in der Hoffnung die Maedchen dazu zu bewegen mit der Prostitution aufzuhoeren und ihnen von ihren Projekten erzaehlen.
Insgesamt gesehen waren es drei tief bewegende Tage fuer mich, die ich nie vergessen werde und ich kann sagen, dass die „Steyler-Missionare“ sehr gute und sinnvolle Arbeit leisten.
Nun kam das Kontrastprogramm schlechthin. Wir sind nach Palawan geflogen und waren dort fuer fuenf Tage Gaeste des „Palawan Chamber Choirs“, der bereits in Deutschland getourt ist und auch in diesem Jahr von Mai-Juli in Deutschland auftreten wird. Dieser Chor wird u.a. von Missio unterstuetzt, um diese Auftritte moeglich zu machen und mit dem Geld, was sie durch Spenden etc. sammeln unterstuetzen sie Projekte in Puerto Princesa (Hauptstadt von Palawan) und koennen einigen Chormitgliedern Stipendien anbieten, um ihnen eine Schulbildung zu ermoeglichen.
In Palawan haben wir viele Naturwunder bestaunen duerfen. Wir sind zum beruehmten Underground River gefahren, der wirklich beeindruckend war. Dieser Fluss befindet sich in einem gigantischen Hoehlenkomplex und hat eine Laenge von 8 km von denen ca. 4 km befahrbar sind. Die Stalaktiten und Stalakmiten haben faszinierende Formen gebildet.
Ausserdem haben wir einige traumhafte Inseln gesehen und ich habe, mit einem Schnorchel ausgeruestet, die Unterwasserwelt bestaunen duerfen.
Wir hatten einfach eine tolle Zeit zusammen mit den Chormitgliedern.
Ich moechte an dieser Stelle nochmal Werbung fuer den wirklich exzellenten Chor machen, der auch in Paderborn auftreten wird. Ein Konzertbesuch lohnt sich!
Nun wird vielleicht deutlich, dass es fuer mich ein Wechselbad der Gefuehle war. Aber ich bin sehr dankbar fuer diese Erfahrungen und die erste kleine Auszeit, die ich vom Projekt hatte.
In diesem Sinne moechte ich mich bei der ganzen Reisegruppe fuer die nette Aufnahme von uns beiden MaZ'lerinnen bedanken, obwohl ich gestehen muss, dass ich anfaenglich doch etwas mit der deutschen Puenktlichkeit und Strukturiertheit ueberfordert war :-).
Aber es war eine schoen Zeit und ich habe die richtige Dusche nach einem halben Jahr „Eimerdusche“ schon sehr genossen.
Einige Wochen spaeter im Februar waren meine Eltern zu Besuch, was mir sehr wichtig war, weil es einfach schwer vorstellbar ist, wie ich hier lebe und wie meine Arbeit hier aussieht.
Ich habe mit ihnen fast drei sehr schoene und abwechselungsreiche Woche verbracht.
Nun war es an der Zeit die Philippinen auch einmal von der touristischen Perspektive aus zu sehen, was fuer mich anfangs sehr schwer war.
Zunaechst haben wir eine Rundreise im noerdlichen Teil der Philippinen auf der Insel Luzon gemacht, wo auch die Hauptstadt Manila liegt. Dazu sind wir in die Berge gefahren und haben die gigantischen Reisterrassen und Gemuesefelder bestaunen duerfen. Die Reisterrassen sind auch bekannt als das „8. Weltwunder“ und wurden von der „UNESCO“ zum Weltkulturerbe erklaert. Ueber 2000 Jahre haben die Ifugao mit simplen Werkzeugen die imposanten Terrassen erbaut. Es ist wirklich beeindruckend, wie solche riesigen Terrassen von Menschenhand gebaut werden koennen und das vor allem nicht nur an einer Stelle, sondern viele Kilometer weit.
Das Gemuese, was dort angebaut wird, wird auf die gesamten Philippinen verteilt , denn nur dort ist das Klima so kuehl, dass ein Anbau von Gemuesesorten, wie wir sie in Deutschland kennen (z.B. Moehren, Tomaten, Kohl etc.) moeglich ist.
Dort regnet es fast taeglich und die kuehlen Temperaturen haben mich dazu gebracht, nachts mit drei Decken, dickem Pullover, Wollsocken und Waermflasche zu schlafen :-). Zudem fuehrt dieses feuchte Wetter immer wieder zu Erdrutschen, sodass wir dann und wann mal eine halbe Stunde warten mussten bis die „Strasse“ wieder freigeraeumt war.
Darueber hinaus war ich einige Tage in Manila, der Hauptstadt mit ueber 10 Millionen Einwohnern. Ich war noch nie in einer so stark umweltbelasteten und versmogten Stadt mit so grossen Unterschiedern zwischen Armut und Reichtum. Die Einkaufszentren dort sind gigantisch ebenso im gleichen Mass hat aber auch die Armut ein gigantisches Ausmass.
Ich bin sehr froh, dass ich hier auf einer kleinen verlassenen Insel lebe, wo es frische Luft und Ruhe im Uebermass gibt.
Danach habe ich meinen Eltern fuer einige Tage mein Leben hier auf Guimaras gezeigt, was fuer beide Seiten eine ganz neue Erfahrung war.
Zu guter Letzt waren wir in Boracay, dem Urlaubsziel schlechthin hier auf den Philippinen. Diese Insel ist fuer den absolut weissen Sandstrand beruehmt -auch wenn es aufgrund der vielen Hotels und des boomenden Tourismus nicht mehr ein unberuehrtes Paradies ist, hat es mir dort sehr gefallen und ich konnte fuer ein paar Tage relaxen und die Seele baumeln lassen.
Waehrend der Zeit mit meinen Eltern war bereits die Haelfte meines MaZ-Jahres vergangen und die Zeit vergeht fast zu schnell.
Meine Berichte hoeren sich jetzt fuer einige nur nach Urlaub an, aber ich habe die meiste Zeit hier auf Guimaras im Projekt verbracht und in der Schule unterrichtet.
Gerade jetzt in den Sommerferien (April und Mai) merke ich, dass mir die Kinder immer mehr ans Herz gewachsen sind und ich nun an manchen Tagen den „Radau“, die kleinen Kaempfchen und die Schmuseeinheiten vermisse.
Klara und ich haben mit dem Floetenunterricht in der 4. und 5. Klasse begonnen und es ist sehr schoen zu sehen, wie es den Kindern Spass macht und einige wirklich ehrgeizig Zuhause ueben. Wir hoffen, dass wir noch bis zum Ende unseres MaZ-Jahres den Kindern einige Lieder beibringen koennen. An dieser Stelle nochmals viele Dank fuer die Floetenspenden!
Seit einigen Wochen singen wir zusammen mit einigen Schuelern der Highschool sonntaeglich in der Messe und es macht mir sehr viel Spass, obwohl ich leider nicht ganz verstehe, was ich singe, da alle Lieder auf Ilongo oder Filipino sind.
Des Weiteren gab es einige grosse Probleme und Veraenderungen bei den Schwestern und Lehrerinnen, infolgedessen alle Lehrerinnen gekuendigt haben.
Nun weiss ich noch nicht ganz genau, wie es zum Schuljahrebeginn im Juni weitergehen wird, aber irgendwie wird es schon eine Loesung geben.
Aufgrund der Hitze und Trockenheit, die Sommerzeit hat nun begonnen, hat sich mein Lebensstil nochmal etwas veraendert. Sodass ich nun taeglich mindestens zwei grosse Wassereimer schleppen muss, um duschen zu koennen und ich mittlerweile meine Waesche bei unseren Nachbarn am Brunnen wasche. Wobei man erwaehnen muss, dass das Wasser eher braeunlich trueb ist und dennoch von unseren Nachbarn auch als Trink- und Kochwasser genutzt wird.
Der Sommer ist jetzt erst richtig angefangen und wir koennen uns gluecklich schaetzen, dass wir noch etwas Regenwasser im Tank haben. Sobald jedoch dieses aufgebraucht ist und die Brunnen hier komplett erschoepft sind, werden wir Wasser in grossen Containern von weiter entfernten Quellen holen muessen.
Abends fahren Trucks mit Wassercontainern von Haus zu Haus, um alle mit Wasser zu versorgen, was jedoch nicht kostenlos ist.
Vielleicht bekommt man nun einen kleinen Eindruck davon, dass Wasser sehr sehr kostbar ist und man vielleicht doch das Wasser beim Zaehneputzen und Duschen abstellen sollte.
Dies sind wie ich finde gute Schlussworte und ich moechte mich nochmal vielmals fuer den verspaeteten Rundbrief entschuldigen.
Zuletzt bleibt mir noch zu sagen, dass es mir gut geht und ich wirklich jede Minute geniesse.
Ich freue mich sehr ueber Reaktionen und weitere Fragen aus Deutschland.

Ganz liebe sonnige Gruesse von den Philippinen

Theresa Stuempel

Keine Kommentare: