Dienstag, 26. August 2008

Mit Musik Barrieren überwinden

Zwei junge Missionarinnen auf Zeit zieht es auf die Philippinen
VON GÜNTHER UHRMEISTER

Bad Wünnenberg-Haaren/Salzkotten-Niederntudorf. Auf zwei junge Missionarinnen auf Zeit wartet ein neuer Horizont: Am 20. August starten die frischgebackenen Abiturientinnen Theresa Stümpel (19) aus Haaren und Klara Wiemers (19) aus Niederntudorf in ein einjähriges Abenteuer auf eine abgelegene Insel mit dem Namen Guimaras auf den Philippinen.

14.000 Kilometer und 22 Flugstunden fern der Heimat werden sie ihre junge Kraft für den Orden der "Schwestern unserer lieben Frau" in einer gerade erst gegründeten Grundschule einsetzen und als Lohn mehr als Kost und Logis mitnehmen: "Wir wollen in der Alltagsbegegnung mit Menschen eines völlig anderen Kulturkreises unseren Horizont erweitern", freuen sich die jungen Missionarinnen auf das einjährige soziale Abenteuer. Eine Gemeinsamkeit nehmen die mutigen Missionarinnen mit.

Der Träger des Missionsordens mit Sitz in Coesfeld ist auch gleichzeitig der Schulträger des Liebfrauen-Gymnasiums in Büren, an dem die beiden erst vor ein paar Wochen ihre Reifeprüfung ablegten. Und das Provinzialat wird wird nicht zufällig von Schwester Anneliese Stelzmann geleitet, die noch bestens bekannt ist als langjährige Schulleiterin Büren.

Der erste Impuls für das einjährige soziale Unternehmen hat unzweifelhaft in diesem Zusammenhang seine Wurzeln. Und die Bewerbungspost an die Ordensleitung hatte schließlich Erfolg. Aus dem Topf globaler Ziele in Südamerika, Afrika und Asien zogen die Bewerberinnen dann eine für sie noch unbekannte Karte: eine kleine Station auf einer philippinischen Insel. Bevor es auf die große Reise auf das kleine Eiland geht, haben sich die jungen Frauen schon monatelang als Seminarreisende bewegt – eine intensive Vorbereitungsphase.

Trotzdem steigt so kurz der Abreise die Spannung, zumal die neue Grundschule auf der philippinischen Insel nur von drei Ordensschwestern geführt wird, die bisher noch nie mit Missionarinnen auf Zeit in Berührung gekommen sind. "Wir werden das ganze Jahr mit den drei Schwestern im Kloster eng zusammenleben, die sind da bestimmt genauso aufgeregt, welche neuen Mitbewohnerinnen ihnen da ins Haus kommen", vermutet Klara Wiemers.

Um den Klosteralltag besser verstehen zu können und sich meditativ auf die Jahresauszeit einzustimmen, gehen Theresa Stümpel und Klara Wiemers daher noch vor der Abreise für eine Woche ins Kloster Vechta. "Wenn wir den Klosterablauf besser verstehen können, wird die Eingewöhnung einfacher sein", hofft Theresa Stümpel.

Das 20 Kilo-Gepäck der jungen Frauen ist gut ausgewählt. Handbücher über die Kultur der Philippinen gehören dazu, aber auch ein ganzes Bündel an Impfnachweisen, Naturtee gegen Malaria und eine Serie an Blockflöten. "Wir möchten mit den Blockflöten unsere ersten Kontakte mit den Kindern knüpfen. Musik hilft immer, Barrieren zu überwinden", hoffen die Missionarinnen. Vielleicht gelingt es gar, eine kleine Flötengruppe aufzubauen.

Aber eine Kostprobe der jungen Frauen aus einem spanisch-englischen Mischton hört sich schon mal überzeugend an, die beiden haben sich auch hier bestens vorbereitet.

Und sogar das heimische Klima hilft bei der guten Vorbereitung: Schwül-warme Temperaturen und ein Jahresdurchschnitt von 28 Grad warten auf Theresa Stümpel und Klara Wiemers. "Da werden wir uns nach den letzten heißen Tagen hier hoffentlich schnell akklimatisieren", lachen die reiselustigen Frohnaturen und streichen dann aber doch etwas gedankenverloren mit den Fingern über den Globus.

Quelle: Neue Westfälische vom 5.8.2008

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